Silvan Olzog

Silvan Olzog

Stadtmitte-Altstadt

Die Welt ist im Wandel. Dauerhaftes und Beständiges wird zur Mangelware. Was kann heutzutage noch wertbeständig sein? In Zeiten von Corona, wo selbst anerkannte Wissenschaftler täglich ihre Annahmen revidieren müssen, weil neue Erkenntnisse ein anderes Licht auf die Situation werfen, ist es schwierig, feste Anhaltspunkte zu liefern.

Und doch sind die wichtigen Themen aus der "Vor-Corona-Zeit" nicht vom Tisch – der Klimawandel bedroht uns nach wie vor, die Gegenmittel sind unverändert – unsere Komfortzone ist eigentlich kaum noch erreichbar und müsste neu definiert werden.

Vielleicht ist es Zeit, sich wieder auf Altbewährtes zu besinnen. Wie sagt schon der kleine Lord: "Jeder Mensch sollte die Welt mit seinem Tun ein kleines Stückchen besser machen." Damit möchte ich heute beginnen. Und es wäre schön, wenn sich die Moerser auch morgen noch in dieser Stadt wohlfühlen und hier in einer nachhaltig grünen Umgebung leben könnten.

Ein Stück heile Welt unseren Nachkommen hinterlassen – nur wie?  

Ich glaube, wir kommen nicht ohne Verzicht dorthin. Worauf also kann ich verzichten, um meine Umwelt weniger zu belasten? Auf Flugreisen kann ich verzichten, da ich gern in Deutschland Urlaub mache. Gleiches trifft auf Kreuzfahrten zu. Eher könnte ich dem Beispiel anderer folgen und mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zur Arbeit fahren. Vor allem könnte ich mir mit meiner Familie ein Auto teilen. Natürlich muss trotzdem alles noch organisierbar sein, aber in Zeiten, in denen viel Arbeit in den eigenen vier Wänden erledigt werden kann, müssen vielleicht auch nicht mehr so viele Wege zurückgelegt werden.  

So muss jeder für sich schauen, wo auf etwas verzichtet werden kann, was unsere Umwelt belastet. Anstatt Verzicht vorzuschreiben und damit neue Ungleichheiten zu schaffen, halte ich es für zielführender, mit gutem Beispiel voranzugehen und zu hoffen, dass andere dem Beispiel folgen.

Unser Problem ist, dass wir in einer Zeit voller Abhängigkeiten leben. Wenn man an irgendeiner Stelle anfängt, herum zu schrauben, löst man damit an vielen anderen Stellen Folgen aus, die man nicht vorhergesehen hat. Deswegen müssen Veränderungen gut durchdacht sein.  

Bei allem dürfen die Bedürfnisse der Bürger nicht übersehen werden. Moers soll für alle lebenswert sein, werden und bleiben. Dabei ist es vor allem wichtig, offene Ohren für die Belange aller Bürger*innen zu haben, allen zuzuhören und alles umzusetzen, was möglich ist. Niemand soll das Gefühl bekommen, dass sich die Dinge an einem vorbei entwickeln und man "auf der Strecke bleibt".

Mein Schwerpunkt liegt dabei als Mitarbeiter der Straßenbauverwaltung Neukirchen-Vluyn berufsbedingt auf den Themen des Straßenverkehrs und der Stadtentwicklung. In diesem Themenbereich sind viele teilweise einschneidende Änderungen nötig, um langfristig Verbesserungen zu erreichen. Gerade die Neuerungen im Mobilitätsbereich erfordern neue Lösungsansätze für neue logistische Probleme. Sei es, dass die Elektromobilität zusätzliche Ladeinfrastruktur braucht, die nicht nur finanziert werden wollen, sondern für die auch Räume gefunden werden müssen, sei es, dass durch die Zunahme an Radfahrern auf den Straßen neue Konfliktbewältigung erforderlich wird. Manchmal sind Kompromisse nötig, bei denen achtsam abgewogen werden muss, welche Lösungen langfristig sowohl bürger- als auch klimafreundlich sind.

Alles in allem wünsche ich uns und unseren Erben eine lebenswerte Zukunft. Die Zukunft ist grün, nicht grau.

Gruene-moers.de

Bündnis 90 Die Grünen 
Ortsverband Moers

Grüner Bereich im Wallzentrum Moers
Neuer Wall 2-4
47441 Moers